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Alien³ (1992) – Düstere Rückkehr zum Horror

Bild: Xenomorph in Alien³ / 20th Century Studios

📅 Erscheinungsjahr: 1992
🎬 Regie: David Fincher
⏱ Laufzeit: 114 Minuten (Kinofassung), 145 Minuten (Special Edition)
🎭 Genre: Science-Fiction, Horror
🎼 Musik: Elliot Goldenthal
🎥 Gesehen: Blu-ray (OV)


Im Verlauf dieser Review kann es zu Spoilern kommen.

Nach den ersten beiden Teilen des Franchises, die ich beide überraschend überzeugend fand, stand nun der dritte Teil auf dem Programm. Nach Ridley Scott und James Cameron übernimmt diesmal ein weiterer namhafter Regisseur das Ruder: David Fincher, der uns später Filme wie Fight Club, Zodiac, Der seltsame Fall des Benjamin Button oder The Social Network liefern sollte. Mit Alien³ feierte er sein Spielfilmdebüt. Ich finde, dass man stellenweise bereits seine Handschrift erkennt – auch wenn danach noch deutlich stärkere Werke folgen sollten.


Worum geht’s?

Nach den Ereignissen von Aliens befindet sich Ellen Ripley ein weiteres Mal im Kälteschlaf auf dem Weg zur Erde – inzwischen zum dritten Mal. So langsam wird das zur Gewohnheit.

Aufgrund technischer Probleme bricht an Bord der Rettungskapsel ein Feuer aus. Die Kapsel mit den Überlebenden wird von der Sulaco abgetrennt und stürzt auf dem Planeten Fiorina 161 ab.

Auf dem Planeten befinden sich eine alte Mineralerzraffinerie und ein Gefängnis mit höchster Sicherheitsstufe. Die Gefangenen sind Anhänger einer apokalyptischen Religion, leben abgeschottet von der Außenwelt und sind durch das Auftauchen von Ripley – einer Frau – sichtlich irritiert.

Ripley ist die einzige Überlebende des Absturzes … abgesehen von einem Facehugger, der sich in einem Hund – in der Special Edition in einem Ochsen – einen neuen Wirt sucht. Schon bald macht ein ausgewachsenes Alien Jagd auf die Bewohner der Strafkolonie.


Ripley unter Mördern

Sigourney Weaver kehrt ein weiteres Mal in ihre Rolle als Ellen Ripley zurück. Auch im dritten Teil bildet sie das Zentrum der Handlung und muss sich erneut einer Bedrohung stellen, die sie einfach nicht in Ruhe lassen will. Dabei wirkt Ripley zunehmend erschöpft und vom Horror gezeichnet, was gut zur dunklen Grundstimmung des Films passt.

Bild: Sigourney Weaver als Ellen Ripley / 20th Century Studios

An ihrer Seite sehen wir Jonathan Clemens, gespielt von niemand Geringerem als Charles Dance, den die meisten wahrscheinlich als Tywin Lannister aus Game of Thrones kennen. Auch hier liefert er eine starke Performance ab, die den Film für mich spürbar aufwertet. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass seine Rolle etwas größer ausgefallen wäre.

Außerdem bekommen wir Charles S. Dutton als Leonard Dillon zu sehen – einen Insassen, der inoffiziell die Führung im Gefängnis übernommen hat, für eine gewisse Ordnung sorgt und den religiösen Glauben unter den Häftlingen vertritt und durchsetzt.

Ergänzt wird das Ensemble durch Paul McGann, Brian Glover, Ralph Brown und Danny Webb. Viele Figuren bleiben zwar eher im Hintergrund, tragen aber entscheidend zur Stimmung des Gefängnis-Settings bei.


Wenn praktische Effekte künstlich wirken

H. R. Giger kehrt nach seiner Auszeit im zweiten Teil zurück und arbeitet erneut am Design des Xenomorphs mit. Trotzdem funktionieren die Effekte für mich diesmal nicht ganz.

Ich hatte schon eine halbe Hassrede vorbereitet, warum der Film – wie so viele aus den 90ern – zu sehr auf Computereffekte setzt. Dann habe ich für den Faktencheck noch einmal nachgelesen und – oh Schreck! – festgestellt, dass ich mit meiner Vermutung ziemlich danebenlag.

Der Effekt, den ich für eine billige Computeranimation gehalten hatte, ist tatsächlich eine Alien-Puppe, die vor einem Bluescreen gefilmt und anschließend in die Szenen eingefügt wurde. Also kein einfach digital erschaffenes Alien. Nichtsdestotrotz sieht das für meine Augen teilweise ziemlich künstlich aus.

Vielleicht liegt es auch an den übernatürlich schnellen Bewegungen des Monsters, das sich in den Vorgängern eher langsam und unheimlich bewegt hat. Dort war es gerade das Unberechenbare und die bedrohliche Ruhe, die den Xenomorph so furchteinflößend machten.

Zu den Effekten kommen einige stilistische Entscheidungen von David Fincher, die für mich ebenfalls nicht wirklich funktionieren. Es gibt Sequenzen aus der Perspektive des Aliens, in denen die Kamera mit verschwommener Sicht knapp über dem Boden entlangrast. Das hat bei mir allerdings eher Stirnrunzeln als Spannung ausgelöst.

Die Musik stammt diesmal von Elliot Goldenthal. Sein Score geht wieder deutlich stärker in Richtung Horror und erinnert mit seiner Stimmung eher an den ersten Teil als an die deutlich actionlastigere Musik des direkten Vorgängers.


Zurück zu den Wurzeln – mit Psychothriller-Anklängen

Die Geschichte ist erneut relativ simpel, und Fincher besinnt sich auf die Grundelemente des Franchises. Alien³ ist deutlich stärker im Horror verankert als Aliens und wirkt in vielen Momenten wie eine düstere, nihilistische Rückkehr zum ersten Teil.

Gleichzeitig schafft es Fincher, dem Film einen eigenen Touch zu geben. Stellenweise fühlt sich Alien³ fast wie ein Psychothriller an, ohne aber diesen Schritt komplett zu gehen – was dem Film vielleicht sogar gutgetan hätte.

Man bekommt einige interessante Figuren präsentiert, doch ihre Hintergrundgeschichten werden relativ schnell abgehandelt, bevor der Fokus wieder auf das Alien gelegt wird. Dadurch bleibt einiges an Potenzial ungenutzt, und gerade die Gefängnisbewohner hätten für mich noch etwas mehr Tiefe vertragen können.


Fazit: Schwächer als die Vorgänger, trotzdem sehenswert

Ich finde den Film insgesamt okay. Er ist deutlich schwächer als seine beiden Vorgänger, hat aber dennoch die eine oder andere interessante und gut umgesetzte Idee.

Als düsterer Abschluss der ursprünglichen Ripley-Trilogie funktioniert der Film für mich durchaus und ist durchwegs sehenswert – solange man seine Erwartungen etwas anpasst und nicht noch einmal einen Meilenstein wie Alien oder Aliens erwartet.

David Fincher zeigt hier bereits Ansätze seines späteren Stils, auch wenn die Inszenierung nicht immer aufgeht und die Figuren etwas zu kurz kommen. Für mich ist Alien³ deshalb kein Totalausfall, sondern ein solider dritter Teil, der sich bewusst von seinen Vorgängern abhebt, sie für mich aber nicht erreicht.

🔥 Bewertung: 6.5/10

Das war’s von mir. Tschüss!

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