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Aliens (1986) – Eine actiongeladene Fortsetzung

Bild: Sigourney Weaver als Ellen Ripley / 20th Century Studios

📅 Erscheinungsjahr: 1986
🎬 Regie: James Cameron
⏱ Laufzeit: 137 Minuten (Kinofassung), 154 Minuten (Director’s Cut)
🎭 Genre: Science-Fiction, Action, Horror
🎼 Musik: James Horner
🎥 Gesehen: Blu-ray (OV)


Im Verlauf dieser Review kann es zu Spoilern kommen.

Was machte man in den 70er- und 80er-Jahren, wenn ein Film relativ erfolgreich war? Natürlich: Man startete gleich ein ganzes Franchise. Aliens ist die direkte Fortsetzung des 1979 erschienenen Alien. Die Regie übernimmt diesmal ein anderer großer Name der Filmbranche: James Cameron, der unter anderem auch für Terminator, Titanic und Avatar verantwortlich ist. Doch wie gut drückt Cameron diesem Film seinen eigenen Stempel auf?


Worum geht’s?

Aliens setzt direkt nach dem Ende des ersten Teils an … okay, technisch gesehen liegen 57 Jahre dazwischen. Da sich Ripley währenddessen allerdings im Kälteschlaf befindet, fühlt es sich für sie so an, als würde die Geschichte unmittelbar weitergehen.

Ihr Raumgleiter Narcissus treibt seit den Ereignissen in Alien ziellos durchs All, bis er zufällig von einem Bergungsteam entdeckt und Ripley auf eine Krankenstation gebracht wird.

Als sie ihre Geschichte erzählt, glaubt ihr zunächst niemand. Bei einer Befragung durch eine Kommission erfährt sie nebenbei, dass auf dem Mond LV-426, auf dem die Crew ursprünglich die Alien-Eier gefunden hatte, inzwischen eine Kolonie gegründet wurde.

Als der Kontakt zu dieser Kolonie – oh Wunder! – plötzlich abreißt, wird Ripley zusammen mit einer zwölfköpfigen Truppe Marines, dem Androiden Bishop und Carter Burke, einem Vertreter der Firma hinter der Kolonie, zurück nach LV-426 geschickt, um die Lage zu klären.

Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt – nur sind die Menschen diesmal nicht die Katze.


Ellen Ripley und die Weltraum-Machos

Die Hauptrolle übernimmt auch hier wieder Sigourney Weaver als Ellen Ripley. Sie wirkt erneut entschlossen, muss sich diesmal aber gegen einen Haufen Macho-Soldaten behaupten. Sobald die Action richtig losgeht, ist sie jedoch wieder voll in ihrem Element.

Dazu kommt Carrie Henn als das junge Mädchen Rebecca „Newt“ Jordan, die einzige Überlebende der Kolonie. Im Zusammenspiel mit Ripley entwickelt sich beinahe eine Mutter-Tochter-Beziehung, wodurch emotional nochmals mehr auf dem Spiel steht.

Bild: Carrie Henn als Rebecca „Newt“ Jordan/ 20th Century Studios

Lance Henriksen spielt den Androiden Bishop. Durch ihre Erfahrungen mit Androiden im ersten Teil ist Ripleys Verhältnis zu ihm von Anfang an angespannt. Im Verlauf des Films bekommt diese Beziehung allerdings eine interessante zusätzliche Ebene.

Besonders hervorheben möchte ich Paul Reiser als Carter Burke. Zu Beginn gibt er sich als freundliche Ansprechperson für Ripley, zeigt im weiteren Verlauf aber eine ganz andere Seite, als seine wahren Beweggründe immer deutlicher werden.

Ergänzt wird der Cast durch Michael Biehn, Bill Paxton, Jenette Goldstein und William Hope, die allesamt Soldaten spielen. Sie erhalten genügend charakteristische Eigenschaften, um sich voneinander abzuheben und dafür zu sorgen, dass es innerhalb der Truppe nie langweilig wird.


Vom Schleichhorror zum Kriegsfilm

Wichtig ist, dass man bei Aliens keine stilistisch identische Fortsetzung des ersten Teils erwartet. Während Alien vor allem auf beklemmenden Horror in den engen Gängen des Raumschiffs setzt und mit der Frage spielt, was es mit dem Wesen überhaupt auf sich hat, schlägt die Fortsetzung eine ganz andere Richtung ein und setzt deutlich stärker auf 80er-Jahre-Action.

Statt eines einzelnen Alien bekommt man es – wie der Filmtitel bereits suggeriert – diesmal mit mehreren zu tun. Es geht weniger um die Angst vor dem Unbekannten als vielmehr um die Spannung, die durch die direkte Konfrontation mit einem zahlenmäßig überlegenen Gegner entsteht.

Ich hatte mich im Vorfeld bereits ein wenig informiert und wusste deshalb, was stilistisch auf mich zukommt. Und ich bin ganz ehrlich: In dem, was der Film sein möchte, funktioniert er richtig gut. Die Action sieht teilweise immer noch so beeindruckend aus, dass ich wie ein staunender Tourist vor meinem Fernseher saß und laut „Wow!“ gesagt habe.

Die Kreaturendesigns und Effekte orientieren sich weiterhin an den ursprünglichen Entwürfen von H. R. Giger. Er selbst war an diesem Film allerdings nicht direkt beteiligt. Stattdessen übernahm unter anderem das Effektteam rund um Stan Winston die Gestaltung und Umsetzung der Kreaturen.

Bild: Xenomorph Queen in Aliens / 20th Century Studios

Für den Soundtrack ist diesmal James Horner verantwortlich, der unter anderem auch die Musik zu Avatar, Jumanji und Braveheart komponiert hat. Mit Titanic konnte er sogar zwei Oscars gewinnen.

Seine Musik ist laut, treibend und deutlich actiongeladener als die Klänge im Vorgänger, funktioniert hier aber wunderbar. Sie unterstreicht die zunehmende Bedrohung und verleiht den Gefechten ordentlich Wucht.


Eine simple, aber stimmige Story

Auch in der Fortsetzung ist die Geschichte relativ simpel und geradlinig gehalten – und trotzdem funktioniert sie gut. Beim Schauen hatte ich wirklich das Gefühl, eine inhaltlich logische Fortsetzung zu sehen, die Elemente aus dem Vorgänger aufgreift und offene Fragen klärt: Was ist mit den übrigen Eiern? Und wer – oder besser gesagt was – hat sie überhaupt gelegt?

Die Kinofassung, die ich gesehen habe, dauert 137 Minuten. Der längere Director’s Cut sogar auf 154 Minuten. Gerade gegen Ende wird noch einmal ein zusätzlicher Handlungsbogen aufgemacht, der inhaltlich durchaus Sinn ergibt, den Film für mich aber unnötig in die Länge zieht.

Hier wäre meiner Meinung nach etwas weniger tatsächlich mehr gewesen.


Fazit: Anderer Stil, gleiche Wirkung

Aliens ist anders als sein Vorgänger – und genau das macht den Film für mich so speziell. Er hebt sich in Stil und Inszenierung klar vom ersten Teil ab, ohne dessen grundlegende Stärken völlig über Bord zu werfen.

Die Charaktere sind auch hier nicht unglaublich tiefgründig, funktionieren aber in ihren jeweiligen Rollen gut. Vor allem Sigourney Weaver überzeugt erneut als Ellen Ripley, während James Cameron mit der actiongeladenen Inszenierung seinen ganz eigenen Stempel auf die Reihe drückt.

Leider ist der Film gegen Ende etwas zu lang geraten. 15 bis 20 Minuten weniger hätten ihm meiner Meinung nach gutgetan.

Nichtsdestotrotz finde ich die Fortsetzung genauso stark wie das Original – wenn auch auf einer etwas anderen Ebene.

🔥 Bewertung: 8/10

Das war’s von mir. Tschüss!

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