Bild: Xenomorph in Alien / 20th Century Studios
📅 Erscheinungsjahr: 1979
🎬 Regie: Ridley Scott
⏱ Laufzeit: 117 Minuten (Kinofassung), 116 Minuten (Director’s Cut)
🎭 Genre: Science-Fiction, Horror
🎼 Musik: Jerry Goldsmith
🎥 Gesehen: Blu-Ray (OV)
Im Verlauf dieser Review kann es zu Spoilern kommen, aber hey: Der Film ist knapp 50 Jahre alt.
Lasst uns über Alien sprechen – oder wie der Film im Deutschen heißt: Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt. Rollt förmlich von der Zunge.
Seit gut acht Jahren liegt die gesamte Filmreihe bei mir auf Blu-ray im Schrank. Und ich dachte mir: Wenn nicht jetzt, wann dann?
Der Film gilt als eines der angesehensten Werke der Filmgeschichte und hat sein Genre in den folgenden Jahren maßgeblich geprägt. Inszeniert wurde das Ganze vom Altmeister – oder damals eher Jungmeister – Ridley Scott, der später mit Filmen wie Gladiator, Blade Runner oder The Martian einen beeindruckenden Filmkatalog aufgebaut hat.
Worum geht’s?
Die Besatzung des Frachters Nostromo befindet sich auf dem Rückweg zur Erde, als sie plötzlich ein Funksignal von einem scheinbar unbewohnten Himmelskörper empfängt. Da sie vertraglich dazu verpflichtet ist, fremden Signalen nachzugehen, schlägt die Nostromo einen neuen Kurs ein, um dem als Hilferuf interpretierten Signal zu folgen.
Die Crew landet auf einem unwirtlichen Mond, und Captain Dallas, Lambert und Kane machen sich auf den Weg, die Quelle des Signals zu finden. Zu spät erkennen sie, dass es sich nicht um einen Hilferuf, sondern um eine Warnung handelt.
Als ein spinnenartiges Wesen aus einem Ei bricht und sich auf Kanes Gesicht saugt, bringen Dallas und Lambert ihn zurück zum Schiff. Ripley möchte ihn aufgrund der Quarantänebestimmungen nicht an Bord lassen, doch der Wissenschaftsoffizier Ash hält ironischerweise nicht viel von Quarantäne – muss wohl ein Vorreiter der Impfskeptiker sein – und öffnet trotzdem die Schleuse.
Was auch immer dieses Wesen ist: Es befindet sich nun im Inneren des Schiffes, und der wahre Horror beginnt.
Ellen Ripley – eine weibliche Vorbildfigur
Kommen wir zu den Charakteren – die sind hier nämlich besonders interessant. Die Hauptrolle übernimmt Sigourney Weaver als Ellen Ripley. Sie spielt diese Actionrolle in einer Zeit, in der das Genre vor allem von männlichen Stars geprägt war, etwa Sean Connery als James Bond, Sylvester Stallone als Rocky oder Harrison Ford als Indiana Jones beziehungsweise Han Solo.

Heutzutage versucht man dem Zuschauer Diversität oft sehr direkt zu vermitteln. Man erklärt, warum man eine bestimmte Figur stark und kompetent finden soll. Alien macht das anders: Der Film erklärt es nicht, er zeigt es.
Ripleys Kompetenz und Entschlossenheit ergeben sich ganz natürlich aus ihren Handlungen – den Worten folgen Taten. Dadurch wird sie zu einer spannenden Figur, mit der man sofort mitfiebert.
Warum bekommt man das heute so selten hin, ohne direkt mit der Moralkeule zu kommen?
Der Cast wird durch Tom Skerritt als Captain Dallas ergänzt. Noch während ich diese Review schreibe, wurde bekannt, dass der Schauspieler im Alter von 93 Jahren eines natürlichen Todes gestorben ist. Neben Alien war er unter anderem auch in Top Gun zu sehen.
Dallas bildet einen guten Gegenpol zu Ripley: jemand, der sich zu Beginn eher im Hintergrund hält, aber bereit ist, das Notwendige zu tun, wenn es darauf ankommt.
Außerdem sehen wir hier einen jungen John Hurt als Kane, den viele wohl als Mr. Ollivander aus Harry Potter kennen.
Dazu kommen Harry Dean Stanton, Ian Holm, Veronica Cartwright, Yaphet Kotto und Bolaji Badejo. Sie haben zwar keine riesigen Rollen, tragen aber entscheidend zur klaustrophobischen, beklemmenden Atmosphäre an Bord bei.
Ach, fast vergessen: Eine orange Katze namens Jonesy gibt es auch noch – großer Pluspunkt.
Beeindruckende Effekte – dank eines Schweizers
Aber das Interessanteste an dem Film sind wohl die unglaublich aufwendigen Effekte, die auch knapp 50 Jahre später noch zu begeistern wissen. Dabei kommen unterschiedlichste Techniken zum Einsatz, die sich zu einem erstaunlich stimmigen Gesamtbild zusammenfügen.
Da wären zum einen die kleinen Facehugger. Dabei handelt es sich um Animatronic-Puppen, die teilweise mit Stäben und Kabeln bewegt wurden.

Das ausgewachsene Alien, der Xenomorph, hingegen ist ein Mann in einem Gummikostüm, das mit mehreren mechanischen Teilen versehen wurde. Das Kostüm selbst wurde vom Schweizer Künstler H. R. Giger entworfen, der unter anderem auch an Produktionen wie Dune (1984) oder Poltergeist II beteiligt war.
Für seine Arbeit an Alien erhielt Giger gemeinsam mit dem übrigen Effektteam den Oscar für die besten visuellen Effekte. Ein bisschen stolz darf man auf seine Landsleute schon sein.
Und dann wären da noch die Alien-Eier, bei denen vor allem Schleim, Latex und allerlei anderes „ekliges“ Material zum Einsatz kamen, um sie möglichst unangenehm lebensecht wirken zu lassen.
Doch nicht nur die Kreaturen selbst überzeugen durch ihre Gestaltung. Auch das Schiff, die Nostromo, wurde mit aufwändigen, detailreichen Sets, Modellen und Miniaturen zum Leben erweckt.
Alles in allem ist Alien optisch auch heute noch absolut sehenswert und in vielen Momenten sogar beeindruckend. Die düstere Farbpalette unterstützt dabei perfekt die enge, bedrückende Atmosphäre.
Auch der Soundtrack von Jerry Goldsmith, der übrigens ebenfalls die Musik zu Poltergeist komponiert hat, den ich kürzlich reviewt habe, fügt sich nahtlos in diese Stimmung ein und rundet das audiovisuelle Gesamtbild gelungen ab.
Beklemmender Horror
Die Geschichte ist inhaltlich schnell erzählt und aus meiner Sicht leider auch relativ vorhersehbar. Es gab nur wenige Momente, die mich inhaltlich wirklich überrascht hätten.
Der Film lebt aber vor allem von seiner starken Inszenierung: diesem beklemmenden, fast klaustrophobischen Gefühl, das er beim Zuschauer auslöst.
Der Gedanke, in den engen Gängen eines Raumschiffs eingesperrt zu sein – mit einem Wesen, das einen töten will – löst etwas in mir aus und spielt mit meinen persönlichen Ängsten.
Am Ende fügt der Film die einzelnen Elemente gelungen zusammen und sorgt dafür, dass sich die Geschichte trotz ihrer einfachen Grundidee stimmig und abgeschlossen anfühlt.
Fazit: Starke Effekte, starke Atmosphäre
Alien schafft es auch nach all den Jahren noch zu begeistern – vor allem dank seiner zeitlosen Inszenierung. Die Kostüme und die praktischen Effekte tragen maßgeblich zur bedrückenden Atmosphäre bei.
Der Cast macht Spaß, und insbesondere Sigourney Weaver legt hier einen Grundstein für spätere weibliche Actionheldinnen.
Die Geschichte an sich ist allerdings wenig überraschend und schnell erzählt.
🔥 Bewertung: 8/10
Das war’s von mir. Tschüss.


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