Ehrliche Meinungen.
Fragwürdige Reviews.

Project Hail Mary (2026) – Ich hätte gerne einen Alien als Freund

Bild: Amazon MGM Studios / Sony Pictures

📅 Erscheinungsjahr: 2026
🎬 Regie: Phil Lord & Christopher Miller
Laufzeit: 157 Minuten
🎭 Genre: Science-Fiction, Abenteuer
🎥 Gesehen: Zuhause (OV)


Diese Review ist größtenteils spoilerfrei, aber über ein, zwei kleine Punkte muss ich dennoch sprechen.

Seit der Film im März 2026 in die deutschen Kinos kam, wollte ich Project Hail Mary unbedingt sehen. Leider musste ich – dank meines inneren Monks – zuerst das Buch lesen. Ach, das Leben kann so hart sein.

Nach gut 470 Seiten habe ich es dann endlich geschafft. Halleluja! Und was für ein Buch das war! Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an den Film. Bei Buchverfilmungen ist das ja meistens ein erstes Anzeichen für ein Desaster. Doch wie war es hier?


Worum geht’s?

Dr. Ryland Grace, ein Lehrer und Molekularbiologe, erwacht in einem Raumschiff aus einem künstlichen Koma. Erinnerungen an seine Vergangenheit? Fehlanzeige. Bald stellt er fest, dass er das einzige überlebende Mitglied der Besatzung ist. Und als wäre das nicht genug, liegt es nun an ihm, unzählige Lichtjahre von der Erde entfernt eine Lösung zur Rettung der Menschheit zu finden.

Doch Überraschung: In diesem fernen Sonnensystem ist er nicht allein. Ein anderes bemanntes Raumschiff befindet sich in derselben Umlaufbahn.

Aliens!

Was folgt, ist eine ungewöhnliche Freundschaft zur Rettung zweier Planeten.


Größtenteils eine Ein-Mann-Show

Es ist vor allem Ryan Gosling als Dr. Ryland Grace, der hier die meiste Arbeit leistet. Er spielt den Protagonisten mit einer humorvollen, leicht verpeilten Art, dass man ihn einfach sympathisch finden muss. Aber auch in den emotionalen Momenten schafft es Gosling, seinem Charakter die nötige Tiefe zu verleihen.

Der Film nutzt Rückblenden, um Rylands Erinnerungen Stück für Stück wiederherzustellen. Ohne zu viel zu verraten: Die Nebendarsteller machen ihren Job gut, aber gerade in diesen Rückblenden hätte ich mir manchmal noch ein bisschen mehr gewünscht.


Interstellare Schönheit mit fesselnden Klängen

Der Film spielt zwar größtenteils im Raumschiff oder in Rückblenden auf der Erde, aber wenn die Story einmal den Schritt in die Weiten des Weltalls wagt, zeigt der Film, was er kann. Die Effekte sind auf einem sehr hohen Niveau und haben mich staunen lassen. Im Nachhinein hätte ich den Film wirklich gerne auf der großen Leinwand gesehen. Aber naja, hinterher ist man immer schlauer.

Der Soundtrack ist ebenfalls stark und fängt die Stimmung des Films perfekt ein – egal, ob es um wissenschaftliche Experimente oder Weltraumspaziergänge geht.

Und dann gibt es da noch die Klassiker der Popkultur, wie zum Beispiel die Beatles. Spätestens da hatte mich der Film. Ringo, Paul, John und George sind einfach meine Schwachstelle.


Bekannte Elemente, neu gedacht

Viele Elemente des Films sind nicht unbedingt neu. Gerade im Science-Fiction-Genre hatten wir schon einige Filme, in denen die Protagonisten eine Lösung für den Untergang der Menschheit in den Sternen suchen müssen. Der prominenteste Vertreter ist wohl Interstellar von Christopher Nolan.

Doch Project Hail Mary schafft es, der Geschichte einen komplett eigenen Touch zu geben – vor allem durch seine Interpretation von außerirdischem Leben.

Normalerweise bin ich bei Aliens immer skeptisch, weil es oft ins Lächerliche abrutscht. Aber ohne zu viel zu spoilern: Der Film stellt das außerirdische Leben auf eine so faszinierende Weise dar, dass ich von der ersten Minute an gefesselt war.

Und ab dann dreht sich der Film größtenteils um die Freundschaft zwischen zwei Spezies, die gemeinsam einen Weg finden müssen, ihre jeweiligen Heimatplaneten zu retten. Und ich kaufe dem Film diese Freundschaft zu jeder Sekunde ab.

Wenn ich einen Kritikpunkt habe, dann ist es, dass die Story manchmal etwas zu schnell voranschreitet. Ich hatte oft das Gefühl, dass ich ohne das Buch nicht ganz verstanden hätte, warum die Charaktere dies oder jenes tun.

Natürlich dürfen auch hier ein paar Action-Momente nicht fehlen, die sich aber eher im Hintergrund halten. Insgesamt ist es ein Film, der in seinem Genre vieles richtig macht – und sogar noch ein bisschen darüber hinausgeht. Ich denke, er funktioniert hervorragend als Familienfilm bei einem gemütlichen Filmabend.


Fazit: Starker Film, keine perfekte Buchverfilmung

Jedes Mal mache ich denselben Fehler: Ich lese zuerst das Buch und lasse mich dann vom Film enttäuschen. Aber hier hält sich die Enttäuschung in Grenzen.

Der Film dauert 2 Stunden und 37 Minuten – eine ordentliche Laufzeit – und muss dennoch einiges weglassen. Gerade die wissenschaftlichen Experimente, die mich im Buch jeden Schritt der Story nachvollziehen ließen (zumindest größtenteils, ich bin ja kein Wissenschaftler), fehlen hier fast komplett. Dadurch rast man manchmal ein bisschen durch die Handlung.

Trotzdem macht der Film großen Spaß und bleibt dem Handlungsbogen des Buches erstaunlich treu. Ohne das Buch hätte ich den Film wahrscheinlich sogar noch etwas besser bewertet, aber auch so bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

🔥 Bewertung: 8/10

Das war’s von mir. Tschüss!

Hinterlasse einen Kommentar