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Fragwürdige Reviews.

The Incredible Hulk (2008) – Das schwarze Schaf des Marvel Cinematic Universe

📅 Erscheinungsjahr: 2008
🎬 Regie: Louis Leterrier
Laufzeit: 112 Minuten
🎭 Genre: Action, Science-Fiction, Superhelden
🎥 Gesehen: Zuhause


Keine Sorge – diese Review enthält keine Spoiler.

Wer von euch wusste, dass dieser Film ebenfalls zum Marvel Cinematic Universe gehört? Okay, viele wahrscheinlich schon. Aber ich bin mir sicher, dass der ein oder andere jetzt erschrocken aufgeatmet hat … vielleicht.

Für mich persönlich hat sich The Incredible Hulk nie so richtig nach Marvel angefühlt. Das liegt vor allem daran, dass Bruce Banner alias Hulk nach diesem Film von einem anderen Schauspieler übernommen wurde. Aber auch der Ton des Films unterscheidet sich deutlich von den späteren MCU-Werken.

Worum geht’s?

Der Film erzählt die Geschichte von Bruce Banner, einem Wissenschaftler, der bei einem Selbstexperiment einer großen Menge Gammastrahlen ausgesetzt wurde. Seitdem verwandelt er sich immer dann in den grünen Koloss Hulk, wenn er die Kontrolle über seine Emotionen verliert.

Interessanterweise wird uns diese Origin-Story nur während der Opening Credits zusammengefasst. Der eigentliche Film setzt erst später ein: Bruce hat sich nach Brasilien zurückgezogen und arbeitet in einer Getränkeabfüllanlage, während er versucht, seine Kräfte unter Kontrolle zu bringen. Doch das amerikanische Militär, angeführt von General Thaddeus „Thunderbolt“ Ross, ist ihm weiterhin auf den Fersen.

Ross stellt eine Spezialeinheit zusammen, zu der auch Emil Blonsky gehört – und damit beginnt eine Hetzjagd quer durch Süd- und Nordamerika.

Nebenfiguren stehlen die Show

Edward Norton spielt Bruce Banner/Hulk hier überraschend emotionslos, obwohl er eigentlich ein großartiger Schauspieler ist. Das geht so weit, dass ich ihm diese tragische Figur einfach nicht vollständig abkaufe. Vor allem deshalb, weil sich Bruce Banner während des Films kaum weiterentwickelt.

Schade.

Mark Ruffalo, der die Rolle ab The Avengers übernommen hat, verleiht dem Charakter später eine ganz andere Tiefe.

Dann haben wir Liv Tyler als Betty Ross.

Leider ist das aus meiner Sicht eine komplette Fehlbesetzung. Sie spielt die Rolle so flach, dass ich mein Kind unbeaufsichtigt darin schwimmen lassen würde. Die Dialoge wirken hölzern und reißen mich immer wieder aus dem Film.

Was die Hauptcharaktere nicht schaffen, machen die Nebenfiguren besser.

Tim Roth als Emil Blonsky und Tim Blake Nelson als Samuel Sterns bringen beide das gewisse Etwas mit. Besonders hervorheben möchte ich aber William Hurt als General Ross. Mit einem einzigen Blick kann er ganze Sätze sagen und verleiht dem Film auf der Antagonistenseite eine starke Präsenz.

Effekte: Licht und Schatten

Optisch sieht der Film größtenteils gut aus, kommt für mich aber nicht an Iron Man heran.

Und ich weiß, ich bin damit vermutlich in der Minderheit, aber ich mag das Design des Hulks in diesem Film nicht besonders.

Ich bin mit Mark Ruffalos Hulk aus The Avengers aufgewachsen, und dessen Look gefällt mir deutlich besser. Besonders irritierend finde ich, dass der Hulk hier kaum Ähnlichkeit mit Edward Norton besitzt. Ab The Avengers übernahm Hulk immer auch die Gesichtszüge von Mark Ruffalo, was für mich deutlich glaubwürdiger wirkte.

Was mir beim Hulk nicht gefällt, gefällt mir bei Abomination umso mehr.

Sein Design wirkt grotesk, gefährlich und stellenweise fast schon wie aus einem Horrorfilm. Ich hatte zeitweise das Gefühl, als wäre dieses Monster direkt unter meinem Bett hervorgekrochen.

Ein ungewöhnlicher Marvel-Film

Wie bereits erwähnt, fühlt sich dieser Film anders an als der Rest des MCU.

Der Look ist düsterer, die Geschichte ernster – oder zumindest versucht sie es zu sein.

The Incredible Hulk ist außerdem der einzige Film des MCU (abgesehen von Deadpool & Wolverine), der im deutschsprachigen Raum eine FSK-16-Freigabe erhalten hat.

Ich bin überzeugt, dass das Marvel Cinematic Universe einen völlig anderen Weg eingeschlagen hätte, wenn dieser Film international erfolgreicher gewesen wäre als Iron Man. Da Iron Man jedoch der größere Erfolg wurde, orientierte sich Marvel bei den folgenden Filmen immer stärker an dessen leichterem und humorvollerem Stil.

Fazit: Ein Außenseiter im MCU

Was soll ich sagen?

The Incredible Hulk ist ein Film, der definitiv seine Momente hat.

Einige Charaktere machen Spaß, andere hingegen überhaupt nicht. Abomination gefällt mir sehr gut, und auch der Endkampf funktioniert für mich.

Doch insgesamt wirkt es so, als hätten ausgerechnet die Hauptfiguren am wenigsten Lust auf ihre Rollen. Dadurch bleibt der Film emotional überraschend leer.

Vielleicht ist The Incredible Hulk genau deshalb bis heute das schwarze Schaf des MCU.

Kein schlechter Film – aber einer, der sich für mich nie richtig wie Marvel angefühlt hat.

🔥 Bewertung: 6/10

Ein Film mit einigen gelungenen Ideen, der aber nie das Potenzial ausschöpft, das in seiner Hauptfigur steckt.

Das war’s von mir. Tschüss!

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