📅 Erscheinungsjahr: 2026
🎬 Regie: Destin Daniel Cretton
⏱ Laufzeit: 144 Minuten
🎭 Genre: Superhelden, Action
🎥 Gesehen: Kino (OV)
Keine Sorge – diese Review enthält keine Spoiler! Jedenfalls nichts, was nicht auch bereits in den Trailern zu sehen war.
Spider-Man: Brand New Day ist nicht nur der erste Spider-Man-Film im MCU, der nicht das Wort „Home“ im Titel trägt, sondern auch der erste Teil, der nicht von Jon Watts inszeniert wurde. Stattdessen übernimmt Destin Daniel Cretton die Regie – ein Name, den MCU-Fans vielleicht von Shang-Chi oder Wonder Man kennen. Nun bringt er frischen Wind in die Spider-Man-Reihe und wagt einen Neuanfang für Peter Parker.
Worum geht’s?
Vier Jahre sind vergangen, seit die Welt Peter Parker vergessen hat. Seitdem ist er komplett auf sich allein gestellt und beschützt New York vor kleinen … und etwas größeren Kriminellen. Doch je länger er diesen Weg allein geht, desto mehr merkt Spider-Man, dass er Unterstützung braucht.
Als eine neue Bedrohung auftaucht, die ihm und den Behörden immer einen Schritt voraus zu sein scheint, wird Peter gezwungen, unkonventionelle Hilfe zu holen.
Reife, Tiefe und Chemie
Wie ich bereits in meiner Review zu The Odyssey angedeutet habe, war ich früher nie der größte Fan von Tom Hollands Schauspiel. Als Spider-Man hat er zwar stets funktioniert, doch oft fehlte mir die emotionale Tiefe, die die Figur für mich ausmacht.
Mit Spider-Man: Brand New Day beweist Holland eindrucksvoll, dass deutlich mehr in ihm steckt. Er verkörpert einen Peter Parker, der am Boden ist, der sich allein fühlt und in seinem Alter Ego Spider-Man Halt sucht, weil ihm sonst nichts mehr bleibt.
Ach ja – genau so möchte ich meinen Spider-Man sehen: gebrochen, depressiv und bemitleidenswert.
Die gewohnt charmante Prise Humor ist zwar weiterhin vorhanden, doch diesmal erhält die Figur eine emotionale Tiefe, die ihr bisher gefehlt hat.
Zendaya als MJ glänzt ebenfalls und sticht in diesem Film sogar stärker hervor als in den Vorgängern. Ihre Figur erhält spürbar mehr Charaktertiefe und wirkt dadurch um einiges interessanter.
Jon Bernthal als Punisher ist eine spannende Ergänzung. Nach den Trailern war ich zunächst skeptisch. Ich liebe den Punisher und habe mich darauf gefreut, ihn endlich auf der großen Leinwand zu sehen. Gleichzeitig war ich überzeugt, dass ein Charakter wie Frank Castle in einem FSK-12-Film kaum funktionieren kann.
Zum Glück wurde ich eines Besseren belehrt. Ja, dieser Punisher ist nicht mehr derselbe wie in seiner eigenen Serie oder in Daredevil, gehört aber trotzdem zu den stärksten Elementen des Films. Besonders die Chemie zwischen Jon Bernthal und Tom Holland ist ein absolutes Highlight. Ihre Dynamik macht einfach Spaß und weckt den Wunsch nach mehr gemeinsamen Abenteuern.
Marvel, bitte gebt uns einen Spidey-&-Punisher-Film!
Ein weiteres Highlight ist Mark Ruffalo als Bruce Banner beziehungsweise Hulk. Sobald er sich verwandelt, erleben wir den furchteinflößendsten Hulk seit Avengers: Age of Ultron – vielleicht sogar den besten Hulk im gesamten MCU.
Über die übrigen Figuren möchte ich bewusst nicht zu viel verraten, um Spoiler zu vermeiden. Insgesamt liefert der gesamte Cast jedoch eine durchweg starke Leistung und trägt die Geschichte mit einer gelungenen Mischung aus Reife, Tiefe und hervorragender Chemie.
Aus den Comics direkt auf die Leinwand
Das ist Spider-Man, wie man ihn sich wünscht.
Besonders zu Beginn fühlte ich mich stark an The Amazing Spider-Man mit Andrew Garfield erinnert – und das meine ich als großes Kompliment. Rein optisch waren das für mich bislang die schönsten Spider-Man-Filme, und Brand New Day knüpft genau daran an.
Der neue Anzug von Tom Holland ist zum ersten Mal so richtig bunt, detailreich und einfach ein absoluter Hingucker.
Während des Films werden zahlreiche ikonische Titelbilder klassischer Spider-Man-Comics detailgetreu auf die Leinwand gebracht. Als großer Comic-Nerd schlug mein Herz dabei jedes Mal höher. Es fiel mir schwer, meine Begeisterung nicht sofort mit meiner Begleitung zu teilen und in meinen typischen Comic-Erklärmodus zu verfallen.
Hinzu kommt, dass Tom Holland viele seiner Stunts selbst absolviert hat. Das verleiht dem Film eine spürbare Authentizität, die den Vorgängern teilweise gefehlt hat. Diese Mischung aus Comic-Treue und echter Action macht Brand New Day visuell zu einem echten Highlight.
Auch der Soundtrack von Michael Giacchino, der bereits die ersten drei Spider-Man-Filme sowie zuletzt The Fantastic Four: First Steps musikalisch untermalt hat, überzeugt auf ganzer Linie. Seine Musik treibt die Actionsequenzen kraftvoll voran, ohne dabei jemals zu überladen zu wirken, und verleiht den emotionalen Momenten eine beeindruckende Tiefe.
Ein Neuanfang mit Anlaufschwierigkeiten
Die Story ist für mich der größte Kritikpunkt des Films.
Während Spider-Man: Brand New Day international Höchstwertungen erhält, konnte ich mich mit der Geschichte nicht vollständig anfreunden.
Positiv hervorheben möchte ich allerdings, dass sich der Film wieder wie ein klassisches Spider-Man-Abenteuer anfühlt. Es ist ein echter Street-Level-Film. Keine Multiversen, keine 25 verschiedenen Spider-Men und kein Doctor Strange.
Stattdessen geht es um einen mysteriösen Gegner, der in die Köpfe anderer Menschen eindringen und sie wie Marionetten kontrollieren kann. Und der Einzige, der diese Bedrohung überhaupt wahrnimmt, ist Spider-Man. Dadurch bleibt die Gefahr angenehm überschaubar und man fragt sich nicht ständig, wo zum Teufel eigentlich die Avengers sind.
Leider braucht der Film rund eine Stunde, bis überhaupt etwas wirklich Relevantes passiert. Die erste Hälfte beschäftigt sich fast ausschließlich damit, den neuen Status quo von Peter Parker zu etablieren, der selbst vor allem damit beschäftigt ist, sich um „little potatoes“ zu kümmern, wie der Film es selbst nennt.
Das ist zwar grundsätzlich interessant, zieht sich aber stellenweise deutlich zu sehr in die Länge.
Erst in der zweiten Hälfte erfahren wir, wer hinter der Bedrohung steckt und welche Motivation diese Figur verfolgt. Ab diesem Moment gewinnt die Geschichte endlich an Fahrt. Gleichzeitig liefert der Film einige wirklich ikonische Szenen – besonders die Momente mit Hulk und Punisher bleiben lange im Gedächtnis.
Das größte Problem bleibt für mich jedoch das unausgeglichene Pacing. Lange, ruhige Szenen wechseln sich mit kurzen Actionsequenzen ab, in die ständig neue Figuren hineingeworfen werden, als wären sie Spielzeugbälle. Dadurch verliert der Film immer wieder seinen erzählerischen Fluss und wirkt stellenweise überraschend zäh.
Ich habe grundsätzlich nichts gegen langsam erzählte Geschichten. Als ich jedoch den Kinosaal verließ, hatte ich das Gefühl, dass insgesamt einfach zu wenig passiert ist. Und vieles von dem, was passiert, wurde leider bereits in den Trailern verraten.
Fazit
Ihr merkt: Ich bin etwas hin- und hergerissen.
Spider-Man: Brand New Day macht vieles richtig. Optisch ist der Film ein absoluter Hingucker und für mich der schönste Spider-Man-Film mit Tom Holland. Es gibt Szenen, die lange im Gedächtnis bleiben, und Tom Holland liefert mit Abstand seine beste Performance als Peter Parker ab.
Am Ende bleibt jedoch das Gefühl, dass der Film noch nicht so recht weiß, wohin er eigentlich möchte. Der Titel Brand New Day beschreibt dieses Gefühl ziemlich gut: Es ist ein Neuanfang für Peter Parker – einer, der viel Potenzial besitzt, aber noch nicht richtig loslegen will.
🔥 Bewertung: 7/10
Trotz seiner Schwächen macht der Film Lust auf mehr und legt ein solides Fundament für die Zukunft von Spider-Man im MCU.
🎬 Post-Credit-Check ✅: Jap, es gibt eine Post-Credit-Szene. Wer also nichts verpassen möchte, sollte unbedingt bis zur letzten Minute sitzen bleiben.
Das war’s von mir. Tschüss!


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