Jurassic World: Fallen Kingdom (2018) – Sieht gut aus, fühlt sich leer an

📅 Erscheinungsjahr: 2018
🎬 Regie: J. A. Bayona
Laufzeit: 128 Minuten
🎭 Genre: Abenteuer, Action, Science-Fiction
🎥 Gesehen: Zuhause


Keine Sorge – dieses Review enthält keine Spoiler.

Der erste Jurassic World ist mein Lieblingsfilm des gesamten Franchises. Ja, ich hab’s gesagt – und ich stehe dazu!

Umso gespannter war ich, als drei Jahre später die Fortsetzung in die Kinos kam.

Worum geht’s?

Nach den Ereignissen aus Jurassic World ist Isla Nublar zur Sperrzone geworden. Die Dinosaurier haben die Insel zurückerobert und streifen wieder frei umher. Eigentlich könnte man meinen, dass damit alles gut ist, oder? Falsch gedacht! Denn Isla Nublar beherbergt nicht nur Dinosaurier, sondern auch einen Vulkan – und der beschliesst plötzlich, doch wieder aktiv zu werden. Der drohende Ausbruch könnte die Tiere ein weiteres Mal auslöschen. Die Dinosaurier haben es echt nicht leicht.

Natürlich können die Menschen es nicht auf sich sitzen lassen, für einmal nicht die Kontrolle zu haben. Also beschliessen sie, die Dinosaurier aufs Festland zu bringen. Kommt euch das bekannt vor? Richtig – das war schon in The Lost World: Jurassic Park die geniale Idee. Aber vielleicht läuft es diesmal besser.

Spoiler: Tut es nicht.


Optisch top, Story flop

Die Dinosaurier sahen im Jurassic-Franchise noch nie so gut aus wie hier. Aber nicht nur die Dinos beeindrucken – auch die Landschaften und die allgemeine Inszenierung können sich sehen lassen. Besonders die Szenen rund um den Vulkanausbruch gehören für mich zu den eindrucksvollsten Bildern der gesamten Reihe.

Leider reicht eine tolle Optik allein nicht aus.

Storytechnisch kann mich der Film leider nur selten überzeugen. Vieles fühlt sich wie ein Aufguss von The Lost World: Jurassic Park an – einem Film, mit dem ich ebenfalls nie richtig warm geworden bin.

Über den neuen Dinosaurier, der hier als Antagonist dient, möchte ich gar nicht allzu viele Worte verlieren, da ich niemandem etwas spoilern möchte. Im Grundsatz fühlt sich aber auch er wie ein starkes Recycling des Indominus Rex aus dem Vorgänger an.

Gegen Ende wird zwar ein spannendes Thema angeschnitten, das dem Film deutlich mehr Tiefe hätte verleihen können. Doch kaum wird es interessant, ist es auch schon wieder vorbei. Das ist wirklich schade, denn genau hier hätte meiner Meinung nach viel mehr Potenzial gesteckt.


Uninteressante Charaktere

Auch die Charaktere machen längst nicht mehr so viel Spass wie noch im Vorgänger.

Chris Pratt spielt Owen Grady zwar weiterhin sympathisch, erreicht für mich aber nicht mehr die Präsenz, die seine Figur im ersten Film ausgezeichnet hat.

Noch grösser fällt für mich der Rückschritt bei Claire Dearing aus. In Jurassic World war sie noch die eiskalte Managerin, die Dinosaurier vor allem als Geschäftsmodell betrachtet hat. Hier wird sie plötzlich zur überzeugten Tierschützerin, die alles daransetzt, die Dinosaurier zu retten. Dieser Wandel geht mir einfach viel zu schnell und wirkt auf mich nicht glaubwürdig.

Noch absurder wird es, wenn man bedenkt, dass Claire nach den Ereignissen des ersten Films eigentlich einen längeren Aufenthalt im Gefängnis verdient hätte. Aber wie im echten Leben scheint es für die Elite manchmal keine echten Konsequenzen zu geben.

Ergänzt wird der Cast durch Rafe Spall, Justice Smith und Toby Jones. Wirklich in Erinnerung bleibt davon allerdings nur Justice Smith, der mit seiner lockeren Art hin und wieder für etwas frischen Wind sorgt.


Horror statt Dino-Abenteuer?

Man merkt deutlich, dass Bayona einen anderen Weg einschlagen wollte. Fallen Kingdom fühlt sich stellenweise fast wie ein Horrorfilm mit Dinosauriern an. Dieser frische Ansatz gefällt mir grundsätzlich sehr – umso enttäuschender ist es, dass der Film daraus letztlich zu wenig macht.

Leider merkt man, dass das Studio unbedingt an einer FSK-12-Freigabe festhalten wollte. Dadurch können sich viele dieser Ideen nie vollständig entfalten. Das Potenzial wäre definitiv da gewesen – man hätte sich nur trauen müssen, es konsequent auszuschöpfen.


Fazit: Viel Potenzial verschenkt

Jurassic World: Fallen Kingdom bleibt für mich leider ein Film mit vielen guten Ideen, die nie konsequent zu Ende gedacht werden. Optisch gehört er ohne Zweifel zu den stärksten Filmen des gesamten Franchises, und auch der Soundtrack weiss zu gefallen.

Doch eine beeindruckende Optik allein reicht eben nicht aus. Die Geschichte bleibt hinter ihren Möglichkeiten zurück, viele Charaktere wirken deutlich schwächer als noch im Vorgänger, und gerade die spannendsten Ansätze werden viel zu schnell wieder fallen gelassen.

Als grosser Fan des ersten Jurassic World wollte ich diesen Film unbedingt mögen. Umso enttäuschender war es, am Ende mit dem Gefühl zurückzubleiben, dass hier deutlich mehr Potenzial vorhanden gewesen wäre.

🔥 Bewertung: 6.5/10

Das war’s von mir. Tschüss!

Hinterlasse einen Kommentar