📅 Erscheinungsjahr: 2026
🎬 Regie: Christopher Nolan
⏱ Laufzeit: 178 Minuten
🎭 Genre: Abenteuer, Fantasy, Historienfilm
🎥 Gesehen: IMAX (OV)
Keine Sorge – dieses Review enthält keine Spoiler.
Endlich habe ich ihn gesehen – einen der meisterwarteten Filme des Jahres. Als der Abspann über die Leinwand lief, gingen mir die beeindruckendsten Szenen noch einmal durch den Kopf. Was habe ich hier gerade gesehen? The Odyssey ist episch, monumental und eine echte Wucht – ein Film, der einen sprachlos zurücklässt.
Worum geht’s?
Die Geschichte von Odysseus gehört wohl zu den bekanntesten Heldenreisen der Weltliteratur. Nach zehn Jahren Krieg vor den Toren Trojas möchte der König von Ithaka endlich nach Hause zurückkehren. Doch die Heimreise entwickelt sich schnell zu einer noch grösseren Prüfung als der Krieg selbst. Zyklopen, Seeungeheuer und zahlreiche weitere Gefahren stellen Odysseus und seine Männer immer wieder auf die Probe. Langweilig wird ihnen dabei definitiv nicht.
Online-Hass statt Vorfreude
Entschuldigt, dass ich hier etwas abschweife, aber dieses Thema liegt mir am Herzen. Dieser Online-Hass, der oft schon Monate vor dem Kinostart eines Films losbricht, ist einer der Hauptgründe, weshalb ich diesen Blog überhaupt gestartet habe. Es wird ständig so viel Negatives verbreitet, während diejenigen, die etwas Positives zu sagen haben, häufig einfach still bleiben. The Odyssey ist dafür das perfekte Beispiel.
Plötzlich war jeder dahergelaufene Martin mit Internetzugang ein promovierter Geschichtsprofessor. Falsche Rüstung. Falsches Schiff. Falsche Hautfarbe. Falsches Geschlecht. Jeder schien sich plötzlich auf die Buchvorlage zu berufen, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass 95 % der Leute Homers Odyssee noch nie in den Händen gehalten haben.
Ich persönlich gehöre zu den Menschen, die einen Film erst bewerten, nachdem sie ihn gesehen haben – ein Konzept, das heutzutage offenbar etwas aus der Mode gekommen ist. Schade eigentlich. Umso schöner war es für mich, festzustellen, dass The Odyssey genau das geworden ist, was ich mir nach den ersten Ankündigungen und den Trailern erhofft hatte: ganz grosses Kino!
Christopher Nolan bleibt eine Bank
Ob Inception, Interstellar, Tenet oder Oppenheimer – Christopher Nolan gehört für mich zu den wenigen Regisseuren, bei denen allein der Name ausreicht, um ein Kinoticket zu kaufen.
Meine Erwartungen waren entsprechend riesig – und das birgt natürlich immer die Gefahr, enttäuscht zu werden. Doch das ist nicht passiert. Im Gegenteil: The Odyssey ist ein weiteres Beispiel dafür, warum Nolans Name für mich längst zu einem echten Qualitätssiegel geworden ist.
Bereits vor einiger Zeit hat er angedeutet, dass sein nächster Film ein Horrorfilm werden könnte. Nach The Odyssey überrascht mich das überhaupt nicht. Es gibt nämlich zwei oder drei Szenen, die bereits deutlich in diese Richtung gehen und mir noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Sollte Nolan diesen Weg tatsächlich einschlagen, sitze ich spätestens am ersten Kinotag wieder im Saal.
Starbesetzung
Der Cast liest sich wie ein echtes „Who’s Who“ Hollywoods: Matt Damon, Tom Holland, Zendaya, Charlize Theron, Jon Bernthal, Robert Pattinson und Anne Hathaway – um nur einige Namen zu nennen.
Matt Damon übernimmt die Rolle des titelgebenden Helden Odysseus und liefert für mich eine seiner besten Leistungen überhaupt ab. Er verkörpert den legendären griechischen Krieger mit einer beeindruckenden Physis, verleiht der Figur aber gleichzeitig eine verletzliche und gebrochene Seite. Odysseus ist ein Mann, der Fehler gemacht hat und nun mit den Konsequenzen leben muss. Einer, der sich immer wieder einredet, dass er nur nach Hause zurückkehren möchte – bis er erkennt, dass er genau davor eigentlich Angst hat. Angst davor, dass seine Heimat wegen seiner eigenen Taten nicht mehr dieselbe sein könnte.
Neben Matt Damon haben mich vor allem Tom Holland und Robert Pattinson überzeugt.
Tom Holland, den die meisten natürlich als Spider-Man kennen, spielt hier Telemachos, den Sohn von Odysseus. Ehrlich gesagt war ich zunächst skeptisch, als seine Besetzung bekannt wurde. Ich mag ihn als Spider-Man sehr, aber bisher hatte er für mich noch nicht wirklich gezeigt, dass er auch den nötigen Tiefgang für eine solche Rolle mitbringt. Umso schöner war es, eines Besseren belehrt zu werden. Tom Holland macht hier richtig Spass und liefert eine beeindruckende, vor allem aber emotional reife Performance ab. Das macht mich nur noch gespannter auf Spider-Man: Brand New Day.
Und dann ist da natürlich noch Robert Pattinson als Antinoos – ein Charakter, den man vom ersten Moment an nicht ausstehen kann. Und genau das muss man erst einmal schaffen. Dass Pattinson weit mehr kann als nur Twilight, hat er mit Filmen wie Tenet, The Lighthouse oder The Batman längst bewiesen. Umso weniger überrascht es, dass er auch hier wieder eine herausragende Leistung abliefert.
Ein dreistündiges Epos
Bei einer Laufzeit von fast drei Stunden habe ich immer einen gewissen Respekt. Gerade wenn das Kino keine Pause macht, wird meine Kinderblase schnell zum Endgegner.
Doch trotz seiner stolzen Laufzeit verging The Odyssey wie im Flug.
Die ersten 15 bis 20 Minuten brauchte ich allerdings, um richtig in den Film hineinzufinden. Es dauert einen Moment, bis man die verschiedenen Zeitstränge und die unzähligen griechischen Namen sortiert hat. Ist Ithaka nun der Sohn von Odysseus oder seine Heimat? Ist Agamemnon ein griechischer Krieger oder eine Krankheit?
Sobald diese kleine Hürde aber überwunden war, hat mich der Film komplett in seinen Bann gezogen – und bis zur letzten Minute nicht mehr losgelassen.
Soundtrack & Optik
Ludwig Göransson ist gerade einmal 41 Jahre alt und hat bereits drei Oscars für seine Soundtracks gewonnen: Black Panther (2018), Oppenheimer (2023) und zuletzt Sinners (2025). Mit The Odyssey könnte er sich schon bald den nächsten sichern.
Die Musik ist laut, treibend und verleiht dem Film genau das epische Ausmass, das nur im Kino seine volle Wirkung entfaltet. Immer wieder wurde ich von der Wucht des Soundtracks regelrecht in meinen Sitz gepresst.
Christopher Nolan ist bekannt für seine Liebe zu praktischen Effekten. Doch mit The Odyssey setzt er noch einmal einen drauf. In Szenen, in denen die meisten anderen Filmemacher längst auf CGI gesetzt hätten, erschafft Nolan mit Puppen und cleveren Perspektiven Bilder, die so real wirken, dass ich immer wieder vergessen habe, dass ich einen Film schaue.
Auch die im Vorfeld viel diskutierten Kostüme haben mich überzeugt. Sie wirken hochwertig und fügen sich für mich perfekt in die Welt ein, die Nolan hier erschaffen hat.
Fazit: Ein absolutes Muss auf der grossen Leinwand
Ja, ich weiss, ich wiederhole mich. Aber es ist wirklich so: Diesen Film sollte man, wenn es irgendwie möglich ist, im Kino erleben. Der Gedanke, dieses Epos zum ersten Mal auf einem Smartphone im Flugzeug zu schauen, lässt mich erschaudern.
Sowohl die beeindruckende Optik als auch der geniale Soundtrack machen den Gang ins Kino für mich absolut unverzichtbar.
Christopher Nolan beweist einmal mehr, warum er zu den besten Regisseuren unserer Zeit gehört. The Odyssey ist ein monumentales Epos, das mich von der ersten bis zur letzten Minute in seinen Bann gezogen hat – und für mich schon jetzt zu den absoluten Kino-Highlights des Jahres gehört.
🔥 Bewertung: 9.5/10
Das war’s von mir. Tschüss!


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