📅 Erscheinungsjahr: 1997
🎬 Regie: Steven Spielberg
⏱ Laufzeit: 129 Minuten
🎭 Genre: Abenteuer, Sci-Fi
🎥 Gesehen: Zuhause (OV)
Keine Sorge – dieses Review enthält keine Spoiler.
Natürlich konnte ich es nicht beim ersten Teil belassen … genau wie die Produzenten. Sie mussten unbedingt ein Sequel machen – und ich musste es natürlich anschauen. Leider. Ups, jetzt habe ich meine Meinung schon ein kleines bisschen gespoilert. Aber dazu gleich mehr.
Worum geht’s?
Vier Jahre sind seit den Ereignissen von Jurassic Park vergangen – sowohl im Film als auch in der echten Welt.
Wie sich herausstellt, existiert neben der bekannten Insel noch eine zweite: die sogenannte Anlage B. Dort wurden die Dinosaurier ursprünglich gezüchtet und leben mittlerweile frei in ihrem eigenen Ökosystem.
Doch wie es der Mensch nun einmal schafft, kann er die Finger nicht von unberührter Natur lassen.
InGen plant erneut einen Dinosaurierpark – dieses Mal allerdings in Form eines Zoos in San Diego. Was soll da schon schiefgehen?
John Hammond, der sich plötzlich vom Kapitalisten zum Naturschützer entwickelt hat, möchte das verhindern und schickt Ian Malcolm (Jeff Goldblum) mehr oder weniger freiwillig zurück auf die Insel.
Ein neues Team, aber keine neue Dynamik
Ja, Ian Malcolm ist zurück.
Dr. Alan Grant und Dr. Ellie Sattler hingegen fehlen komplett. Und genau das merkt man.
Der erste Film lebte für mich von der Chemie zwischen Sam Neill, Laura Dern und Jeff Goldblum. Goldblum ist auch hier wieder einer der grössten Pluspunkte, doch alleine kann er den Film nicht tragen.
Mit Dr. Sarah Harding (Julianne Moore) versucht Spielberg zwar eine neue Hauptfigur einzuführen, wirklich überzeugen konnte sie mich allerdings nicht. Ehrlich gesagt fand ich sie über weite Strecken eher nervig.
Während ich Dr. Grant und Dr. Sattler jederzeit abnahm, dass sie Wissenschaftler sind, hatte ich bei „Dr.“ Harding manchmal das Gefühl, sie hätte ihren Doktortitel bei Wish bestellt.
Auch die übrigen Nebenfiguren bleiben eher blass.
Eine positive Ausnahme bildet Pete Postlethwaite als den Jäger Roland Tembo. Er wirkt fast schon erfrischend, weil er als einer der wenigen Charaktere vernünftige Entscheidungen trifft und tatsächlich Ahnung von seinem Job hat.
Und ja – das reicht hier schon als grosses Lob.
Wow, meine Erwartungen waren offenbar wirklich nicht besonders hoch.
Humor und Ernsthaftigkeit? Fehlanzeige.
Der Humor, der den ersten Film so sympathisch machte, ist hier grösstenteils verschwunden.
Jeff Goldblum versucht zwar sein Bestes, kann den Film aber nicht alleine retten.
Und spätestens wenn ein Kind mit ein paar Turnübungen einen Velociraptor ausschaltet, verabschiedet sich der Film endgültig von jeder Ernsthaftigkeit.
Statt Spannung setzt The Lost World auf immer grössere Actionsequenzen.
Das Problem: Viele davon ziehen sich unnötig in die Länge und wirken eher ermüdend als spannend.
Optik: Rückschritt statt Fortschritt
Eigentlich erstaunlich:
Obwohl der Film vier Jahre nach Jurassic Park erschienen ist, sieht er für mich teilweise schlechter aus.
Während Spielberg im ersten Teil noch stark auf Animatronics setzte, verlässt sich das Sequel deutlich häufiger auf CGI.
Und genau das merkt man.
Die Dinosaurier wirken weniger glaubwürdig, wodurch viele Szenen ihren Realismus verlieren.
Story: Alte Brühe mit wenig Würze
Auch die Geschichte kann mich nicht wirklich überzeugen.
Natürlich war bereits die Handlung des ersten Films relativ simpel.
Damals fühlte sich das Konzept aber neu an und verband spannende Action mit interessanten Fragen über Wissenschaft, Verantwortung und menschlichen Grössenwahn.
Hier wird im Grunde einfach dieselbe Formel noch einmal serviert.
T-Rex.
Velociraptoren.
Menschen spielen Gott.
Fertig.
Dabei gäbe es unzählige Dinosaurierarten, die man hätte in den Mittelpunkt stellen können.
Stattdessen wärmt der Film die alte Brühe noch einmal auf – nur leider ohne die Würze des Originals.
Länge
Wie schon der erste Film hätte auch The Lost World etwas kürzer sein dürfen.
Während mich beim Vorgänger vielleicht zehn Minuten störten, hätte ich hier ohne Probleme zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten gestrichen.
Gerade gegen Ende verliert der Film deutlich an Tempo.
Fazit: Deutlich schwächer als der Vorgänger
The Lost World: Jurassic Park wird seinem Vorgänger leider nicht gerecht.
Jeff Goldblum sorgt zwar immer wieder für unterhaltsame Momente, doch der Rest des Films bleibt überraschend blass.
Die neuen Figuren können die Lücke des ursprünglichen Trios nicht schliessen, die Geschichte wirkt wie eine abgeschwächte Kopie des ersten Teils und auch optisch erreicht das Sequel nicht dessen Niveau.
Ein paar gute Szenen gibt es durchaus.
Insgesamt bleibt für mich aber ein Film, den ich wahrscheinlich kein zweites Mal unbedingt sehen müsste.
🔥 Bewertung: 6/10
Jeff Goldblum rettet den Film davor, komplett im Dino-Gehege zu verschwinden.
Das war’s von mir. Tschüss!


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