📅 Erscheinungsjahr: 2026
🎬 Regie: Craig Gillespie
⏱ Laufzeit: 129 Minuten
🎭 Genre: Superhelden, Action, Sci-Fi
🎥 Gesehen: IMAX (OV)
Keine Sorge – dieses Review ist spoilerfrei!
Nachdem Superman (2025) die Kinos eroberte und – zumindest aus meiner Sicht – nur einen mittelmässigen Grundstein für James Gunns neues DC Universe legte, folgt nun ein Jahr später Clark Kents Cousine Kara Zor-El.
Kara Zor-El: Das Gegenteil von Superman
Kara ist in vielerlei Hinsicht das komplette Gegenteil ihres berühmten Cousins. Sie ist nicht makellos, nicht die Verkörperung von Hoffnung und Gutgläubigkeit. Stattdessen wirkt sie chaotisch, oft angetrunken und erinnert eher an eine Figur aus einer Trash-Doku.
Doch als eine Gruppe Space-Punks ihren geliebten Hund Krypto (den wir bereits aus Superman kennen) vergiftet und verschwindet, begibt sich Kara auf eine Selbstfindungsreise durch das All.
Begleitet wird sie dabei von Ruthye, einem jungen Mädchen, das sich an den Space-Punks rächen will, weil diese ihre Familie ausgelöscht haben.
Ein valider Grund, wenn ihr mich fragt.
Das klingt doch erst einmal nach einem spassigen Weltraumabenteuer, oder? Und genau das ist es auch geworden.
Ein Hauch von Guardians of the Galaxy
Schon der Trailer liess erahnen, dass sich der Film stark an James Gunns Guardians of the Galaxy orientieren würde – zumindest was Musik, Humor und Action betrifft.
Obwohl Gunn hier nicht selbst Regie führte (diese Aufgabe übernahm Craig Gillespie), ist seine Handschrift unverkennbar.
Während ich bei Superman noch kritisierte, dass Gunn mit der ikonischen Figur überfordert wirkte und der Film oft dann am besten funktionierte, wenn Superman nicht im Mittelpunkt stand, gibt es dieses Problem bei Supergirl nicht.
Kara Zor-El ist eine deutlich weniger bekannte Figur. Dadurch lastet auf ihr nicht derselbe Erwartungsdruck wie auf Superman, und Gunn sowie Gillespie konnten deutlich freier erzählen.
Milly Alcock: Die perfekte Supergirl-Darstellerin
Der Film wird hauptsächlich von Milly Alcock getragen, die viele aus der ersten Staffel von House of the Dragon kennen dürften.
Wie schon als junge Rhaenyra Targaryen spielt sie auch hier mit viel Emotion und Hingabe. Besonders in den ruhigeren Momenten, wenn die Vergangenheit Kryptons thematisiert wird, überzeugt sie auf ganzer Linie. Die emotionalen Szenen funktionieren, ohne jemals kitschig zu wirken.
Der restliche Cast bleibt dagegen eher blass.
Eve Ridley als Ruthye konnte mich nicht wirklich überzeugen. Sie fällt in das klassische Sidekick-Schema: „Ich kann nichts, bitte rette mich!“ Das liegt zwar teilweise am Drehbuch, aber auch Ridley verleiht der Figur wenig Tiefe.
Matthias Schoenaerts als Antagonist Krem bleibt ebenfalls ziemlich eindimensional. Er ist im Grunde einfach nur das böse Arschloch (Entschuldigung für die Wortwahl). Überraschenderweise hat mich das hier aber weniger gestört als in anderen Filmen. Manchmal reicht ein simpler Bösewicht eben völlig aus.
Ein echtes Highlight ist Jason Momoa als Lobo.
Man merkt ihm in jeder Szene an, wie viel Spass ihm diese Rolle macht. Leider bleibt seine Figur für die eigentliche Handlung weitgehend bedeutungslos, und die FSK-12-Freigabe bremst Lobos brutale Natur spürbar aus.
Trotzdem hätte ich definitiv Lust auf mehr.
Soundtrack und Optik
Wie schon bei Guardians of the Galaxy ist der Soundtrack ein echtes Highlight.
Ich ertappte mich mehrmals dabei, wie ich im Kinosessel zur Musik mitwippte. Gute Musik macht mich einfach glücklich – und hier wurde ich definitiv nicht enttäuscht.
Auch optisch weiss der Film zu überzeugen.
Die verschiedenen Planeten und Weltraumszenen sind kreativ gestaltet und sorgen immer wieder für schöne Bilder. Im Vergleich zu den letzten DC-Filmen (Ja, The Flash, ich schaue dich an) ist das ein deutlicher Schritt nach vorne.
Lediglich der finale Kampf fällt etwas ab. Hier wird zu stark auf CGI gesetzt, wodurch das Finale etwas leidet.
Fazit
Supergirl macht Spass. Punkt.
Milly Alcock trägt den Film praktisch im Alleingang und beweist, dass Kara Zor-El problemlos ihren eigenen Film tragen kann.
Die Nebenfiguren bleiben zwar grösstenteils blass und das Finale verlässt sich etwas zu sehr auf CGI, doch diese Schwächen verhindern nie, dass der Film unterhaltsam bleibt.
Dazu kommen ein grossartiger Soundtrack, viel Humor und eine Hauptfigur, die sich angenehm von Superman unterscheidet.
Ich hatte im Kino einfach eine gute Zeit – und genau das ist am Ende das Wichtigste.
🔥 Bewertung: 8/10
…auch wenn da vielleicht ein bisschen Goodwill dabei ist.
Post-Credit-Check: ❌ Keine Post-Credit-Szene. Ihr müsst also nicht wie die grössten Idioten bis zum Schluss sitzen bleiben.


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